Evita Museum

File 1056„Weine nicht um mich, Argentinien“ - wer kennt sie nicht, die legendären Worte der ehemaligen argentinischen Präsidentenfrau Evita Perón? Ihr inzwischen weltweit berühmter Ausspruch ist heute vor allem als Inspiration für verschiedene musikalische Darbietungen und als Titelsong des Muscials „Evita“ von Andrew Lloyd Webber bekannt. In Argentiniens Hauptstadt ist der charismatischen Politikerin vor einigen Jahren auch ein eigenes Museum gewidmet worden.

Evita Perón wurde als María Eva Duarte im Jahr 1919 in eine arme, aber kinderreiche Familie im Süden Argentiniens geboren. Als Jugendliche zog es sie in der Hoffnung auf eine Schauspielkarriere nach Buenos Aires, wo sie schließlich Juan Perón kennenlernte und 1945 dessen Frau wurde. Ihre eigene soziale Herkunft nicht vergessend, setzte sie sich in den Folgejahren aktiv für die Rechte der Arbeiterklasse und die Emanzipation der Frauen in Argentinien ein und ermöglichte so unter anderem die Einführung des Frauenwahlrechtes im Jahr 1947. Trotz der offen rechtsgesinnten Politik ihres Mannes, dessen Sympathien zum faschistischen Deutschland Eva Perón teilte, galt sie als große Politikerin und leuchtendes Vorbild insbesondere für die unteren sozialen Schichten. Ihr vorzeitiger Krebstod im Jahr 1952 erhob den Personenkult um die Argentinierin zum landesweiten Kulturerbe – und markierte den Niedergang der politischen Karriere ihres Mannes, der ohne seine Frau bald den Rückhalt in der politischen Öffentlichkeit verlor.

Zum 50-jährigen Todestag Evita Peróns im Jahr 2002 wurde ihr zu Ehren ein Museum in Buenos Aires eröffnet. Es befindet sich in einem ehemaligen und 1948 von Evita selbst gegründeten Heim für alleinerziehende Mütter und deren Kinder und widmet sich in insgesamt 14 Räumen dem kontroversen Leben und Schaffen der wohl berühmtesten Argentinierin aller Zeiten. Neben diversen originalen Kleidungsstücken, privaten Memorabilia und zahlreichen Fotos können auch die Totenmaske Evitas und ein Multimediakabinett besichtigt werden, in welchem ein Kurzfilm gezeigt und verschiedene ihr gewidmete Musikstücke gehört werden können. Trotz der nicht zu übersehenden Anhängerschaft der Museumsgründer zum Evita-Kult sind die hier dargebotenen Informationen historisch korrekt und beleuchten verschiedene Aspekte im Lebenswerk der Politikerin und ihres Mannes.

An das Evita Museum ist ein exzellentes Restaurant angeschlossen, welches sich bestens für eine entspannte Einkehr nach einem Museumsbesuch eignet. Wer sich gerne noch weiter mit dem Erbe Evitas in Buenos Aires beschäftigen möchte, der kann auch ihr Mausoleum auf dem Recoleta Friedhof besichtigen.

 
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