Geschichte

 

 JahrEreignis

10.000 v. Chr.

Ankunft der ersten indigenen Volksstämme im Gebiet des heutigen Argentinien.

7300 v. Chr.

Entstehung der Höhlenmalereien in der Cueva de las Manos.

600-1000 n. Chr.

Entwicklung erster städtischer Siedlungen in Argentinien.

15. Jh. n. Chr.

Im Vergleich zu anderen Teilen des Kontinents ist das Territorium des heutigen Argentinien noch immer nur spärlich besiedelt. Im Nordwesten grenzt das Land an das Imperium der Inka, doch die dort lebenden Ureinwohner verhindern eine großflächige Annexion ihres Herrschaftsgebietes durch die mächtigere Hochkultur. Im Südosten des Landes siedeln die Guarani, ein weiterer indigener Volksstamm.

1516

Eine erste spanische Expedition nach Argentinien scheitert: Juan Diaz de Solís, ein spanischer Seefahrer, entdeckt zwar als erstes das Land im Süden Amerikas, wird aber von den Einheimischen getötet, bevor er nach Spanien zurückkehren kann. Argentinien erhält den Namen „La Plata“ (dt. „Silber“).

1526

Auch der zweite Versuch der Spanier, Land an der argentinischen Küste zu gewinnen, schlägt aufgrund des regen Widerstandes der Einheimischen fehl.

1536

Gerüchte um reiche Silbervorkommen im bislang unentdeckten Süden von Südamerika veranlassen die Spanier zu einer dritten Expedition in die Region. Buenos Aires wird unter dem Namen „Nuestra Señora del Buen Ayre" gegründet, muss aber innerhalb kürzester Zeit aufgrund wiederholter Angriffe durch die Einheimischen wieder aufgegeben werden. Einige hundert Siedler bleiben zurück und beginnen, mit Ackerbau und Viehzucht ihr Überleben zu sichern.

1541

Spanien löst seine Siedlung an der argentinischen Küste offiziell auf.

1580

Spanische Siedler weiten ihr Herrschaftsgebiet ein weiteres Mal bis in den Süden des Kontinents aus. Buenos Aires wird zum zweiten Mal gegründet und behauptet sich dieses Mal gegen die Einheimischen, bleibt aber zunächst nur eine unbedeutende Siedlung im südamerikanischen Hinterland.

1588

Ankunft erster christlicher Missionare in Argentinien.

Anfang 17. Jh.

Beginnende Christianisierung des heutigen Argentinien. Um den zum Christentum übergetretenen Ureinwohnern eine neue Heimstätte zu bieten und sie vor brasilianischen Sklavenhändlern zu schützen, werden erste jesuitische Reduktionen im Norden des Landes gegründet. Córdoba entwickelt sich im Laufe dessen zu einer der bedeutendsten Siedlungsstätten La Platas.

1621

Gründung der ersten Universität auf späterem argentinischem Staatsgebiet in Córdoba.

Mitte 17. Jh.

Buenos Aires entwickelt sich zur Schmugglerhochburg des Kontinents, nachdem die spanische Krone den Handel in der Region auf ihr Herrschaftsgebiet beschränkt und so keinen Freiraum für eine wirtschaftliche Autonomie La Platas lässt.

1767

Ausweisung der jesuitischen Missionare aus La Plata durch die spanische Krone. Auf sich allein gestellt, scheitern die indigenen Einwohner bald an der Weiterführung der Reduktionen und verlassen diese. Heute können in Nordargentinien noch immer die Ruinen dieser Siedlungen besichtigt werden.

1776

Der wirtschaftliche Wohlstand La Platas ist durch das ausgedehnte Schmugglernetzwerk der Region extrem gestiegen. Die spanische Krone sieht sich, insbesondere nach der Erschöpfung der Silberminen in Bolivien, dazu genötigt, der Region eine größere politische Anerkennung zukommen zu lassen und ernennt sie zum Vizekönigreich „Rio de la Plata“ mit Buenos Aires als Hauptstadt. Die innere Stabilität des Vizekönigreichs ist aufgrund ständiger Konflikte zwischen den örtlichen und spanischen Autoritäten sowie seiner großen Fläche brüchig - das Territorium umspannt große Teile des heutigen Bolivien, Uruguay, Paraguay und Argentinien.

18. Jh.

Entstehung der Gaucho-Kultur im Hinterland des heutigen Argentinien. Der Rinderhandel zählt bereits damals zu einem der Hauptwirtschaftszweige des Landes.

1806

Überfall Großbritanniens auf Buenos Aires, der jedoch von der Stadt abgewehrt wird.

1810

Ermutigt durch ihren Erfolg gegenüber den Briten, setzen die Einwohner von Buenos Aires den spanischen Vizekönig La Platas ab und gründen stattdessen eine temporäre Regierungsjunta.

1816

Spanien, geschwächt durch die Napoleonischen Kriege, geht zunächst nicht gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen in La Plata vor. Auf dem Kongress von Tucumán wird infolgedessen offiziell die Unabhängigkeit der Region von der spanischen Krone verkündet.

1820

Argentinien gliedert die Falklandinseln offiziell in sein Staatsgebiet ein.

1833

Im Lauf des gleichnamigen Krieges erobert Großbritannien die Oberherrschaft über die Falklandinseln.

Anfang - Mitte 19. Jh.

Nach Verkündigung der Unabhängigkeitserklärung bricht in Argentinien ein Bürgerkrieg über die Frage nach der staatlichen Zukunft des Landes aus: Zur Option stehen ein föderativer, südamerikanischer Gesamtstaat oder eine unabhängige, argentinische Republik. Unter den Oppositionsführern Rosas und Urquiza kommt es zu langjährigen, kriegerischen Auseinandersetzungen und zur Abspaltung der restlichen drei südamerikanischen Länder aus dem ehemaligen Staatenverband. Der Ländername "Argentinien" beginnt, sich durchzusetzen.

1853

Der auf die Seite der Unionisten übergelaufene Urquiza setzt Rosas und sein diktatorisches Regime ab. In Santa Fe wird die erste argentinische Nationalverfassung unterzeichnet.

1862

Bartolomé Mitre wird zum ersten Staatspräsident Argentiniens ernannt.

1865-1870

Im Krieg der Triple-Allianz Argentinien, Brasilien und Uruguay gegen Paraguay gelingt es Argentinien, sein Staatsgebiet auf einige paraguayanische Regionen auszuweiten. Der Handel floriert, doch der wirtschaftliche Reichtum verbleibt in den Händen einiger weniger Großgrundbesitzer.

1874-1890

Argentinien erlebt seine erste große Einwanderungswelle aus Europa.

1880er Jahre

In Opposition zur geltenden Rechtslage, die dem Großteil der argentinischen Bevölkerung sowie allen Ausländern jegliche politische Stimmrechte abspricht, wird die liberale Partei "Unión Cívica" gegründet.

1912

Argentinien führt das freie, geheime, gleiche und allgemeine Wahlrecht ein.

1914-1918

Argentinien bleibt im Ersten Weltkrieg neutral. Der Handel mit dem kriegsgeschwächten Europa floriert: Argentinien zählt zu diesem Zeitpunkt zu den zehn reichsten Ländern der Welt.

1929

Die Weltwirtschaftskrise führt zu einem schlagartigen Ende des wirtschaftlichen Reichtums Argentiniens und markiert den Beginn einer landesweiten Staatskrise.

1930

Ein Militärputsch enthebt den amtierenden Staatspräsidenten seines Amtes und ersetzt ihn durch den rechtsgesinnten General Uriburu. Die argentinische Gesellschaft ist durch die herrschende Wirtschaftskrise stark zerrüttet; das Land schlittert zunehmend in eine politische Krise.

1939-1945

Auch im Zweiten Weltkrieg wahrt Argentinien seine Neutralität.

1943

Ein weiterer Militärputsch unter der Führung Juan Domingo Peróns führt zur erneuten Absetzung des Präsidenten.

1946

Perón gelingt es dank der weitflächigen Unterstützung der Arbeiterklassen und die Hilfe seiner charismatischen Ehefrau Evita, zum neuen Präsidenten Argentiniens gewählt zu werden.

1952

Die Regierungsjahre der Peróns sind geprägt von politischen und sozialen Reformen, die jedoch keine dauerhafte Lösung der wirtschaftlichen Probleme des Landes herbeiführen. Die steigende Inflation und der Tod Evita Peróns führen zu einem markanten Rückgang in der Popularität ihres Mannes.

1955

Ein weiterer Militärputsch zwingt Perón ins spanische Exil.

1960er Jahre

Zur wirtschaftlichen Krise Argentiniens kommt eine erneute Welle politischer Instabilität: Kurzlebige Militäradministrationen wechseln einander ab und führen das Land in eine politische Starre.

1973

Perón kehrt aus seinem Exil zurück nach Argentinien und wird erneut zum Präsidenten gewählt.

1974

Perón stirbt nach langer Krankheit.

1976

Ein erneuter Militärputsch führt zu einer kompletten Umstrukturierung der Politik und zur Gründung einer Regierungsjunta, die aus Armee, Marine und Luftwaffe besteht. Staatlicher Terror und politische Morde entwickeln sich zu Alltagsphänomenen der neuen Politik des "Proceso" (dt. Prozess, Abkürzung für "Prozess der Neustrukturierung der Gesellschaft") .

1983

In erneuten militärischen Auseinandersetzungen mit Großbritannien gesteht die Militärjunta überraschend ihre Niederlage ein und verkündet ihre Auflösung. Mit der erneuten Wahl eines Präsidenten wird die Demokratie in Argentinien wiederhergestellt.

1980er und 1990er Jahre

Der katastrophale Zustand, in dem die Militärjunta das Land hinterlassen hat, lässt sich nicht ohne Weiteres reparieren. Erneute Putschversuche werden zwar vereitelt und radikale Wirtschaftsreformen durchgeführt, doch Argentinien bleibt in einem instabilen Zustand.

2001

Argentinien befindet sich am Rande des finanziellen Kollapses. Gewalttätige Proteste der Bevölkerung drücken deren Unzufriedenheit mit der rigorosen Sparpolitik des amtierenden Präsidenten de la Rúa aus.

2003

Nestor Kirchner wird zum Staatspräsident Argentiniens gewählt. Es gelingt ihm, das am Bankrott stehende Land wieder zu einem leichten Wirtschaftswachstum und aus der politischen Krise zu führen.

2007

Nestor Kirchners Ehefrau, Cristina de Kirchner, übernimmt als erste Frau in der Geschichte Argentiniens das Amt des Staatspräsidenten.

 

 
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