Kathedrale von Córdoba

File 1083Die Kathedrale von Córdoba befindet sich im Zentrum der gleichnamigen zentralargentinischen Handelsstadt und zählt nicht nur zu den bedeutendsten Gotteshäusern Argentiniens, sondern auch zu den ältesten sich noch in Benutzung befindlichen Kirchen des Landes. Mit einer kuriosen Stilvielfalt und einigen der schönsten Kirchenmalereien Südamerikas lockt die Kathedrale, deren voller Name "Iglesia Catedral de Nuestra Señora de la Asunción" lautet, Jahr für Jahr tausende an Besuchern in ihre heiligen Hallen.

File 1173Die Geschichte der Kathedrale von Córdoba beginnt bereits im späten 16. Jahrhundert. Ein erstes Gotteshaus wurde am heutigen Standort der Kathedrale um 1598 errichtet, stürzte aber aufgrund erheblicher baulicher Mängel schon 1677 ein – ein Ereignis, das von den Stadtherren jedoch weniger als Tragödie und vielmehr als Herausforderung und Anlass zum Bau einer noch viel größeren Kirche wahrgenommen wurde. Für die örtlichen Bauherren erwies sich die Errichtung einer Kathedrale jedoch als beinahe unüberwindbare Hürde: Nachdem es erneut zu Komplikationen bei der Umsetzung der Baupläne kam und Anfang des 18. Jahrhunderts bereits ein endgültiger Abbruch des Projektes befürchtet wurde, mussten schließlich die in und um Córdoba ansässigen Jesuiten um ihre Hilfe bei der Fertigstellung des Gebetshauses gebeten werden.

File 1182Deren handwerkliches Geschick und theoretisches Hintergrundwissen in Architektur und Geometrie erlaubte es ihnen, den Bau der Kathedrale bis zum Jahr 1729 in großen Teilen abzuschließen. Bis zu ihrer Einweihung musste die Kathedrale dann aber noch ein weiteres halbes Jahrhundert warten – erst 1784 wurden die majestätischen Glockentürme der Kathedrale fertiggestellt und erhielt das Gotteshaus schließlich seine offizielle Kirchweihe.

Aufgrund der über 100-jährigen Bauphase und den zahlreichen Baumeistern, die am Bau der Kathedrale von Córdoba beteiligt waren, erstrahlt das Gebetshaus heute in einer überaus fantasievollen Optik. Elemente der spanischen Romantik und des europäischen Barock wurden großzügig mit Einflüssen aus der indigenen Kunst vermischt, um einen einzigartigen Stilmix zu erzeugen, der trotz seiner fehlenden Einheitlichkeit bemerkenswert stimmig wirkt. Das Innere der Kathedrale schmücken nicht nur verschiedene Heiligenstatuen – manche von ihnen im dschungelhaften Federkleid – sondern auch eine französische Cristo Redentor-Statue aus dem Jahr 1901. Zusätzlich wurde die Kathedrale auch als Grabesstätte für verschiedene berühmte Persönlichkeiten der Region verwendet.

Es besteht die Möglichkeit, sich einer geführten Tour durch die Kathedrale anzuschließen. Informationen dazu finden sich in einem kleinen Nebengebäude des Gotteshauses auf dem Plaza San Martín – auf welchem sich auch ein in den Boden eingelassener Grundriss der Kathedrale aus Marmor bestaunen lässt. Der Eintritt in die Kathedrale von Córdoba ist kostenlos.

 
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