Schuldenmuseum

File 1080Das "Museo de la Deuda Externa" (dt. Museum von Auslandsschulden) ist eines der außergewöhnlichsten Museen Argentiniens und das einzige seiner Art weltweit. Im Zentrum von Buenos Aires und nicht weit vom berühmten Recoleta Friedhof gelegen, widmet es sich der von wiederholten Krisen geschüttelten Finanzgeschichte des Landes und bietet Jung und Alt einen medial aufbereiteten Einstieg in eines der wichtigsten Themen der nationalen Innen- und Außenpolitik.

Das argentinische Schuldenmuseum wurde im Jahr 2001 unter der Schirmherrschaft einiger motivierter Wirtschaftswissenschaftler aus Buenos Aires ins Leben gerufen. Das Gründungsjahr wurde dabei nicht zufällig gewählt: Im selben Jahr erlebte Argentinien auch die größte Finanzkrise seiner Landesgeschichte, entging nur knapp dem Staatsbankrott und erreichte so den traurigen Höhepunkt einer seit Ende des 19. Jahrhunderts laufenden Serie an Schuldenausfällen und Wirtschaftskrisen im Land - Argentinien, das als Einwanderungsland einst zu den fünf reichsten Ländern der Welt gezählt hatte, war durch kurzsichtige Politik und stets wiederkehrende Militärputsche an den Rand des Ruins gebracht worden. Heute steht das Thema der Staatsverschuldung in Argentinien nach wie vor auf der täglichen Agenda von Politikern und Wirtschaftswissenschaftlern und spielt auch im Alltag der Staatsbürger eine unverändert große Rolle. Gewalttätige Demonstrationen gab es seit der Absetzung des damaligen Präsidenten im Jahr 2001 zwar keine mehr – doch die Frage nach der wirtschaftlichen Stabilität Argentiniens ist nach wie vor nicht vollends geklärt.

Das Schuldenmuseum widmet sich in verschiedenen Ausstellungssälen nicht nur der Geschichte und der Entstehung der argentinischen Schuldenkrise, sondern auch den verschiedenen Möglichkeiten ihrer Beendigung. Fachkundige Ökonomen und Hochschulprofessoren bieten Führungen durch das Museum an und vermitteln auf anschauliche Art und Weise grundlegendes Wissen zu solch zentralen Themen wie der argentinischen Wirtschaft, der Finanzpolitik der Peróns und Argentiniens Beziehungen zum Internationalen Währungsfond. Zu den Exponaten des Schuldenmuseums zählen unter anderem originale Schriftstücke aus dem frühen 20. Jahrhundert, satirische Comics und Zeitungsberichte und Radio- und Fernsehmitschnitte aus den Zeiten der Krise; das Museum bemüht sich außerdem um einen politisch möglichst neutralen Standpunkt, der in erster Linie die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema bei seinen Besuchern fördern soll. Der Eintritt ins Museum ist kostenlos.

 
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